Das Förderprogramm go-digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) übernimmt bis zu 50 % der Beratungskosten, wenn Ihr Unternehmen Unterstützung bei der Digitalisierung benötigt — und das bei Tagessätzen von bis zu 1.700 Euro. Wer die Förderung richtig beantragt, kann somit Tausende Euro an Beratungskosten einsparen. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie go-digital Förderung beantragen und worauf Sie 2026 besonders achten müssen.
Was ist das Förderprogramm go-digital?
go-digital ist ein Bundesprogramm, das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) subventionierte Digitalberatung ermöglicht. Das Programm richtet sich gezielt an Betriebe, die noch am Anfang ihrer Digitalisierungsreise stehen und professionelle Begleitung benötigen — ohne das Budget für hochpreisige Berater aufzubringen.
Gefördert werden externe Beratungsleistungen in drei Modulen. Entscheidend: Der Antrag muss gestellt werden, bevor die Beratung beginnt. Nachträgliche Förderung ist nicht möglich.
Die drei Fördermodule im Überblick
| Modul | Inhalt (Beispiele) | Typischer Nutzen |
|---|---|---|
| Digitale Markterschließung | Website-Relaunch, SEO-Strategie, Online-Shop, Social Media | Mehr Sichtbarkeit und Neukunden online |
| Digitalisierung von Geschäftsprozessen | ERP-Einführung, Workflow-Automatisierung, Buchhaltungssoftware | Effizienzgewinne, Fehlerreduktion |
| IT-Sicherheit | Cyber-Sicherheitskonzept, Datenschutz (DSGVO), Backup-Strategie | Schutz vor Datenverlust und Cyberangriffen |
Wer kann go-digital Förderung beantragen?
Nicht jedes Unternehmen ist antragsberechtigt. Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:
- Unternehmensgröße: Weniger als 100 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)
- Jahresumsatz: Höchstens 20 Millionen Euro
- Standort: Betriebsstätte in Deutschland
- Digitalisierungsrückstand: Das Unternehmen muss nachweislich Digitalisierungsbedarf haben
- Keine laufende Beratung: Die Förderung gilt nicht für bereits begonnene Maßnahmen
Nicht antragsberechtigt sind unter anderem: Freie Berufe (Ärzte, Anwälte, Steuerberater), Non-Profit-Organisationen sowie Unternehmen, die bereits in den letzten 12 Monaten eine go-digital-Förderung erhalten haben.
go-digital Förderung beantragen: Schritt-für-Schritt Anleitung
Schritt 1: Autorisierten Beratungspartner finden
Der erste und wichtigste Schritt: Suchen Sie auf der offiziellen BMWK-Plattform bmwi-go-digital.de nach einem autorisierten go-digital-Beratungsunternehmen in Ihrer Region. Nur zugelassene Berater dürfen Anträge stellen — das Unternehmen selbst kann dies nicht direkt tun.
Achten Sie bei der Auswahl auf: Branchenerfahrung, Referenzen im gewünschten Modul und klare Kommunikation über den Ablauf. Ein seriöser Berater erklärt Ihnen genau, was förderfähig ist und was nicht.
Schritt 2: Erstgespräch und Bedarfsanalyse
Der autorisierte Berater führt eine kostenlose Erstberatung durch. Dabei wird geklärt, welches Modul zu Ihrem Bedarf passt, wie viele Beratungstage sinnvoll sind und welches Budget realistisch ist. Ergebnis: Ein vorläufiges Beratungskonzept, das als Grundlage für den Antrag dient.
Schritt 3: Antragstellung — vor Beratungsbeginn
Achtung: Der Förderantrag wird ausschließlich vom autorisierten Berater über das BMWK-Portal eingereicht. Sie müssen dafür bestimmte Unterlagen bereitstellen:
- Handelsregisterauszug oder Gewerbeanmeldung (nicht älter als 3 Monate)
- Jahresabschluss oder BWA der letzten 2 Geschäftsjahre
- Nachweis über Mitarbeiterzahl (z.B. Lohnabrechnung)
- Unterschriebene Vollmacht für den Berater
Nach Einreichung prüft das BMWK den Antrag. Die Bewilligung erfolgt typischerweise innerhalb von 2–6 Wochen. Erst nach schriftlicher Bewilligung darf die Beratung beginnen.
Schritt 4: Beratung durchführen und dokumentieren
Nach Bewilligung startet die Beratung. Wichtig: Alle Leistungen müssen lückenlos dokumentiert werden — Sitzungsprotokolle, Stundenaufzeichnungen und Ergebnisberichte. Diese Unterlagen werden für den Verwendungsnachweis benötigt.
Schritt 5: Abrechnung und Auszahlung
Nach Abschluss der Beratung reicht der Berater den Verwendungsnachweis beim BMWK ein. Nach Prüfung wird der Förderbetrag direkt an das Beratungsunternehmen ausgezahlt — Sie zahlen nur den Eigenanteil der Beratungsrechnung.
Wie hoch ist die go-digital Förderung 2026?
Die Förderhöhe richtet sich nach dem vereinbarten Beratungsumfang und dem genehmigten Tagessatz. Typischerweise gilt:
| Parameter | Wert (2026) |
|---|---|
| Förderquote | 50 % der förderfähigen Beratungskosten |
| Max. Beratungstage pro Modul/Jahr | Bis zu 30 Beratertage |
| Max. förderfähiger Tagessatz | Abhängig von Berater und Bewilligung (typisch bis 1.700 €/Tag) |
| Max. möglicher Förderbetrag | Abhängig von genehmigtem Umfang — individuell verschieden |
Hinweis: Konkrete Förderbeträge variieren je nach Unternehmenssituation, Modulwahl und Bewilligung. Keine Garantie auf bestimmte Beträge. Informieren Sie sich auf der offiziellen Programmseite des BMWK.
5 Tipps für einen erfolgreichen go-digital-Antrag
- Niemals mit der Beratung vor Bewilligung beginnen — dieser Fehler macht die gesamte Förderung zunichte.
- Beratungspartner sorgfältig auswählen — nicht jeder autorisierte Berater ist gleich kompetent.
- Realistischen Beratungsumfang planen — zu ambitionierte Anträge werden oft gekürzt oder abgelehnt.
- Unterlagen vollständig vorbereiten — fehlende Dokumente verzögern die Bewilligung erheblich.
- De-minimis-Regelung prüfen — wenn Ihr Unternehmen in den letzten 3 Jahren staatliche Beihilfen erhalten hat, könnte die De-minimis-Grenze relevant sein.
go-digital vs. Digital Jetzt: Was ist der Unterschied?
Viele Unternehmen verwechseln go-digital und Digital Jetzt. Der wesentliche Unterschied: go-digital fördert Beratungsleistungen, Digital Jetzt fördert Investitionen in Hard- und Software. Beide Programme können grundsätzlich kombiniert werden — jedoch nicht für identische Maßnahmen.
Weiterführende Informationen zu Digital Jetzt und anderen Förderprogrammen finden Sie in unserem kostenlosen Fördermittel-Atlas.
Häufige Fragen zur go-digital Förderung 2026
Kann ich go-digital Förderung rückwirkend beantragen?
Nein. Das Förderprogramm go-digital erlaubt grundsätzlich keine rückwirkende Antragstellung. Der Antrag muss zwingend vor Beginn der Beratungsleistung gestellt und bewilligt worden sein. Beratungen, die bereits begonnen wurden oder bereits abgeschlossen sind, sind nicht förderfähig.
Wie lange dauert die Bewilligung eines go-digital-Antrags?
Die Bearbeitungszeit variiert je nach Antragsvolumen beim BMWK. Typischerweise erhalten Antragsteller eine Rückmeldung innerhalb von 2 bis 6 Wochen nach vollständiger Einreichung durch den autorisierten Beratungspartner. In Hochphasen kann es länger dauern — planen Sie daher ausreichend Vorlaufzeit ein.
Darf ich mehrere Module der go-digital Förderung gleichzeitig beantragen?
Es ist möglich, Beratungsleistungen in verschiedenen Modulen zu erhalten, jedoch nicht immer gleichzeitig. Sprechen Sie mit Ihrem autorisierten Berater über die optimale Reihenfolge und Kombinierbarkeit der Module. Jedes Modul kann grundsätzlich separat beantragt werden.
Ihr nächster Schritt: Förder-Potenzial berechnen
Möchten Sie wissen, welche weiteren Förderprogramme für Ihr Unternehmen infrage kommen? Neben go-digital gibt es zahlreiche weitere Optionen — von der Innovationszulage bis zu EU-Programmen. Nutzen Sie unsere kostenlose Beratung und erfahren Sie, welches Förder-Paket zu Ihrem Digitalisierungsvorhaben passt.
📘 Fördermittelatlas Mai 2026
Alle Förderprogramme auf einen Blick
87 Seiten · Innovationszulage, EU-Grants, Digitalisierungsförderung
Kostenloser Download — E-Mail-Bestätigung erforderlich

INNOVA-IQ NEWSLETTER
Förder-Updates direkt ins Postfach
Erhalten Sie exklusive Förder-News, bevor sie auf der Website erscheinen.
Double Opt-In — Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.